1881
Die Brüder Carl August und Hermann Ludwig Wollenhaupt,
gebürtig in Melsungen / Hessen, Söhne des
Färbermeisters Martin Wollenhaupt, gründen
im Alter von 22 und 23 Jahren eine Teehandelsfirma in
Hamburg. Carl August ist der eigentliche Fachmann im
Unternehmen, da er bereits im Hamburger Teehandel eine
Ausbildung genossen hatte.
1895 - 1920
Im Jahre 1895 verstirbt Carl August; sein Bruder Hermann
Ludwig führt das Geschäft weiter, unterstützt
vom dritten Bruder Valentin, der als Prokurist in der
Firma tätig ist. Die junge Firma importiert Tee,
fast ausschließlich Tee aus China. Die ersten Ankünfte
neuer Ernte fallen jeweils in die Monate Juli und August,
und da schon einige Monate vorher kaum jemand Tee aus
alter Ernte kaufen wollte, wird, um eine gleichmäßige
Beschäftigung des inzwischen vorhandenen Personals
zu gewährleisten, der Handel mit Vanille aufgenommen,
Eine unternehmerische Entscheidung von großer Tragweite
für die Zukunft!
1906 wird das 25-jährige Geschäftsjubiläum
begangen.
Da während des ersten Weltkrieges ein Import von
Tee und Vanille bald nicht mehr oder zumindest beschränkt
möglich ist, befasst man sich mit Tee- Ersatz und
anderen Artikeln.
Die "20er Jahre"
Im Jahre 1920 tritt Hermanns Sohn Paul Otto (geb. 1892)
als Juniorpartner in die Firma ein. 1922 verstirbt Hermann
Ludwig Wollenhaupt. Sein Sohn Paul führt das Unternehmen
durch schwere Zeiten wie Inflation und Weltwirtschaftskrise.
Gehandelt wird mit losem Tee, Tee in Packungen, Muskatnüssen
(!) und Vanille. Die spez. geschaffene Marke SINGHALA
kennzeichnet den Versuch, verbraucherorientiert einen
Markenartikel aufzubauen.
1930 - 1945
1931 feiert man mit Sorge, aber gedämpftem Optimismus
das 50- jährige Jubiläum. Das Geschäft
entwickelt sich, aber um 1937 hat Deutschland mit großen
Devisenproblemen zu kämpfen, Tee und Vanille werden
nur in beschränktem Umfang gehandelt.
1939 bricht der 2. Weltkrieg aus. Diverse Verbindungen
sowie die Einfuhr der wichtigsten Artikel sind abgeschnitten.
1941 tritt sogar ein neuartiges System der "Reichsteeverteilung"
in Kraft.
Während Pauls Zeit als Offizier im Russlandfeldzug
führt sein Schwager Otto Fink die Geschäfte.
Paul kehrt aus dem Kriege unversehrt zurück, sogar
das Geschäftshaus am Hamburger Klostertor hat die
Bombenangriffe heil überstanden.
1950 - 1970
Seit Oktober 1950 ist ein Vertreter der 3. Generation,
Pauls Sohn Ulrich, als Prokurist in der Firma tätig.
Im März 1956 wird das 75- jährige Geschäftsjubiläum
begangen.
Nur wenige Monate später stirbt Paul Wollenhaupt.
Für Sohn Ulrich steht die Zukunftsplanung an, was
auch personelle Auswirkungen hat.
Wichtige diesbezügliche Entscheidungen in mehreren
Betriebsbereichen bilden die Basis für weiteres Wachstum.
Auf breiterer Ebene wird der Aufbau und die Pflege einer
zeitgemäßen Produktpalette im Tee- und Vanillebereich
vorangetrieben.
Das Auslandsgeschäft auf beiden Produktebenen vergrößert
sich. Auch das Inlandsgeschäft wird intensiv ausgebaut,
wobei gut geschulte Reisende für den Kontakt zum
Einzelhandel verantwortlich sind.
1966 gilt als das Jahr einer schweren Entscheidung:
Infolge der baulichen Veränderungen des Areals
nahe der Hamburger Hauptpost muß der langjährige
Betriebssitz verlegt werden. Die Ortswahl fällt
nach verschiedenen Erwägungen auf Reinbek bei Hamburg,
obwohl das einen Wegzug aus der Innenstadt, dem Zentrum
des Teehandels bedeutet. Hier zeigt sich einmal mehr
Mut und Risikobereitschaft des Unternehmens. Die zwangsläufige
Maßnahme wird sich aber später als die genutzte
Chance erweisen, einen großen zukunftsorientierten
Schritt in der Geschäftsentwicklung zu tun.

1970 - 1990
Die Auslandsverbindungen mehren sich, Export- Kontakte
in die USA, Holland, Skandinavien und nach Ost- und
Mitteleuropa werden ausgebaut.
Der Teemarkt erfährt in den 70er Jahren infolge
der Aromatisierung des klassisch-orthodoxen Schwarztees
eine geradezu boomartige Entwicklung. Diese erweist
sich als Impulsgeber für eine Art neuer Genuß-
und Geselligkeitskultur, besonders bei jungen Leuten.
Wollenhaupt darf für sich in Anspruch nehmen, die
daraus resultierende Erweiterung des Marktes, die Entstehung
neuer Käuferschichten in erheblichem Maße
angestoßen und vorangetrieben zu haben. 1981 kann
Gebrüder Wollenhaupt auf ein 100-jähriges
Bestehen zurückblicken.
Intensive Markterkundungen und Marketingaktivitäten
sind Anfang der 80er Jahre die Wegbereiter für
die Erweiterung des Sortiments an Kräuter- und
Früchtetees.
1983 wird erneut eine räumliche Ausweitung des
Unternehmens erforderlich, um größere Lager-
und Maschinenkapazitäten unterbringen zu können.
1984 bezieht man ein neues Firmengebäude. Die Technik
im Lager-, Misch- und Verpackungsbereich beginnt das
Haus weiter zu erobern.

1986 macht die 4. Generation den Namen Gebrüder Wollenhaupt
auch personell wieder komplett: die Söhne von Marianne
und Ulrich Wollenhaupt, Jörg und Dirk, treten in
die Firma ein.
Am 22.04.89 verstirbt Ulrich Wollenhaupt.

ab 1990
Die Aktivitäten der folgenden Jahre richten sich
verstärkt auf den Ausbau des Früchte- und Kräuterteegeschäfts,
auf die Vertiefung und Erweiterung des Kontaktes zu den
individuellen Teefachgeschäften und dem Großhandel
sowie einem weiteren Ausbau der Exportverbindungen.s
Aktuellen Marktansprüchen folgend, spielt die Öko-Trophologie
im Hause eine noch umfassendere Rolle, ebenso wie die
Trendforschung bzw. -beobachtung, wobei neue Tee-kreationen
im Programm sichtbare Beweise darstellen.
Das inzwischen internationale Ansehen des Hauses Wollenhaupt,
seine weltumspannenden Verbindungen sowie eine innovativ
ausgerichtete Unternehmenspolitik bilden die Grundlage
für eine effiziente Partnerschaft mit seinen Kunden
- auf den Märkten von heute und morgen.
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