Eine aromatische heiße Tasse Tee. Die leuchtende Tassenfarbe. Der angenehme Duft. Aber was steckt eigentlich genau dahinter, dass dieses Getränk über Jahrtausende seine Popularität behalten und sogar immer noch steigern konnte?
Informationen entnommen aus dem Buch: "Tee für Wissensdurstige", das Fachbuch des Deutschen Teebüros. Erhältlich in jedem guten Teefacheinzelhandel.
Die Pflanze:
Die Teepflanze ist ein kamelienverwandtes Baumgewächs.
Ihre Blüten sind weiß-gelblich und die Früchte
klein, hartschalig und haselnussartig. Die immergrünen
Blätter sind lederartig, dunkel und leicht gezahnt.
Bei Jahrestemperaturen von mindestens 18° C, allenfalls
seltenem und mäßigem Frost, einer jährlichen
gleichmäßigen Niederschlagsmenge von 1600 l
und ausgeglichenem Sonnenschein kann eine Teepflanze leicht
über 100 Jahre alt werden. Wilde Teepflanzen sollen
sogar ein Alter von bis zu 1.700 Jahren erreichen können.
Zwei Ur-Teepflanzen sind heute bekannt: Thea sinensis (oder chinesischer Tee). Eine strauchartige Pflanze, die höchstens 3-4 m hoch wird und sogar Frost vertragen kann. Thea assamica (oder Assam-Tee). Ein stattlicher Baum von 15-20 m Höhe, ein reines Tropengewächs. Die ständigen Kreuzungen dieser beiden Urpflanzen ergeben heute die Grundlage aller Teekulturen dieser Erde.
Die Wirkstoffe: Das nach Wasser preiswerteste Getränk der Welt ist gerade durch seine chemische Zusammensetzung besonders wertvoll: Ca. 32 % der Inhaltsstoffe gehen in den Aufguß.
Tee enthält: Koffein (Tein) Tannin (Gerbstoffe) Aminosäuren Proteine Spurenelemente und Mineralien: Fluorid, Kalium, Kalzium, Mangan Vitamine: Niazin, Vitamin B1 und B2
"Tee regt an, aber nicht auf." Dem Koffein verdankt der Tee seine anregende Wirkung, wobei das Koffein beim Tee nicht über das Herz auf den Kreislauf wirkt, sondern direkt auf das Gehirn und Zentralnervensystem, da es an die Gerbstoffe gebunden ist und erst im Darm gelöst wird. So ist die nachweisbare Steigerung der Konzentrations- und Reaktionsfähigkeit beim Teegenuss zu erklären.
Der Anbau: Tee wird vegetativ vermehrt, d.h. es werden Stecklinge von Mutterpflanzen gezogen. Durch regelmäßiges Stutzen wird der Teestrauch in der vegetativen Phase gehalten, um Blühen und Fruchten zu verhindern. So ist es auch angenehmer für die Teepflückerinnen, die obersten 2 Blätter und die jüngste Blattknospe - und nur diese sind bei der Tee-Ernte von Bedeutung - zu ernten. Hauptsächlich wird immer noch per Hand gepflückt, um die Qualität der Ernte zu erhalten. Einige Länder haben allerdings maschinelle Pflückmethoden entwickelt, die für die Produktionsabläufe eine erhebliche Erleichterung darstellen.
Angebaut wird auf großen Tee-Plantagen, wie sie im indischen Darjeeling-Distrikt, z.B. an den Hängen des Himalaya in 2.000m Höhe, liegen. Sehr viel niedriger liegt das nordindische Anbaugebiet Assam, das größte zusammenhängende Teeanbaugebiet der Welt, zu beiden Seiten des Brahmaputra gelegen.
Auf der Insel Sri Lanka (ehem. Ceylon) wird in den drei Anbaugebieten Dimbula, Nuwara Eliya und Uva ein herb-aromatischer Tee produziert, der in der Welt berühmt wurde. Die Chinesen produzieren einen recht rauchigen, milden Tee in verschiedenen Provinzen wie Yunnan und Zhejiang. Chinesen sind bekannt für ihre Teespezialitäten wie Teeziegel oder Teerosen.
In Japan wird ausschließlich Grüntee produziert, der größtenteils von den Japanern selbst konsumiert wird. Weitere Länder, die Tee produzieren, sind Afrika, Indonesien, Taiwan und Argentinien sowie Thailand, Russland und die Türkei, welche aber von dem Volumen eher unbedeutende Produzenten sind. Siehe dazu auch Statistiken.
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